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Dienstag, 2. Juni 2009

Laute Musik zwischen Kühen & Bergen beim "Halt auf Verlangen" Festival 2009

Kurzbericht vom Wochenende: Es war richtig gut.


Das Grünenwald ist eine bestimmt gut über 100 Jahre alte Gaststätte entlang der Zahnradbahn von Luzern nach Engelberg. Total malerisch gelegen mit eigener Bahnhaltestelle und im totalen Nirgendwo. Nach Engelberg sind es schätzungsweise 5 km und die Zahnradbahn fährt einmal die Stunde. Umgeben von Wald und Bergen. Und sonst nichts. Der perfekte abgeschiedene Ort für laute Musik verschiedener Machart, begleitet von einer absolut liebevollen, süssen & detailverliebten Deko (leider habe ich nur Bilder vom letzten Jahr gefunden), lecker Wurst & Braten und nicht zu vergessen superlieben Leuten.



So sieht das Grünenwald im Winter aus. Noch nicht einmal in den Bergen ist es jetzt noch soooo kalt. ;-)




Samstags verschlug es uns tagsüber erst einmal auf den Titlis, einen Gletscher über 3000 m ü.N. Abends kamen wir dann gerade rechtzeitig an, um die Zürcher Lokalheroen "Wicked" zu bewundern, die kurzfristig für Admiral James T. eingesprungen waren. Klassischer, etwas powerpoppig angehauchter 77er Punkrock. 3 Minuten kurzer, guter Lärm.


Aus Norddeutschland beehrte die Veranstaltung "Mambo Kurt", seines Zeichens der Alleinunterhalter an der Heimorgel. Wer schon immer mal Sex Pistols auf der Heimorgel hören wollte, ist bei ihm genau richtig. Ein begnadeter Alleinunterhalten & Selbstdarsteller. Seine Busfahrerin schien übrigens auch recht begnadet zu sein, wie am nächsten Morgen von einem Ohrwinkel zum anderen grinsend berichtet wurde.


Danach startete das grosse Grauen. "Copy & Paste" sind eine grosse, lange Heuschrecke (männlich) sowie ein dicker, kleiner Käfer (weiblich), die auf der Bühne erst eine halbe Stunde an ihrem Leinentuch für die Beamerinstallation rumbasteln, sich anschliessend mit albernen Herzchensonnenbrillen auf die Bühne stellen und etwas machen, was sie wohl als Elektro-Punk bezeichnen würden (lies: arty-farty Rumgezappel mit dem was MIA vor ein paar Jahren fabriziert haben (und was danals auch schon schlecht war)). Musik für Leute, denen Techno und Punk zu assi und zu wenig intellektuell sind. Mit meinem schon qualitativ ansprechenden Alkoholpegel konnte ich mich nur mit Mühe davon abhalten, nach der Steckdose zu suchen, um denen den Saft abzudrehen bzw. denen einfach mal eine Bierflasche auf die Bühne zu schmeissen. Das charmanteste war noch die Ansagen mit "diesse süsses französisches Akzent".


Sonntag verbrachte ich den Tag mit einem 6stündigen Spaziergang. Rauf auf die Alp, lecker Rösti essen und dann auf 1600 m die Berge entlang laufen. Kühe streicheln, Bergwasser trinken und ganz viel Natur inklusive Regen und Hagel inklusive. Ich hätte nie gedacht, dass mir so etwas Spass machen würde.

Danach gings noch für eine weitere Runde ins Grünenwald, allerdings eigentlich nur, um "Beelzebub" zu sehen, die mit diesem charmanten Mix aus Blues, Punk & Rockabilly mit leichten Horror- und Countryanklängen die Bühne rockten. "Al-Berto & the Fried Bikinis" stellten sich als betulich klampfender Studenten-Pop dar und zwar Fussgängerzonenstyle. "Love Boat" waren meiner Meinung irgendwie beatig, aber ich kann dazu nicht mehr sagen, weil ich da schon total müde war.


Am Montag waren dann noch einmal Berge & Älplermagronen angesagt. In der Agenda fürs nächste Jahr eingetragen und schon ein absoluter Pflichttermin!

Montag, 4. Mai 2009

Soul, Sonne, Saufen, Schweinshaxe & advanced Posertum - ein Wochenende in Bamberg

Das vergangene Wochenende war ich beim Soul Shakers Weekender in Bamberg mit den lieben Lästerschwestern verabredet. Ein Wochenende Soul, Sonne, Saufen & Schweinshaxe. Ein Weekender heisst: Freitag & Samstag Party mit der geilsten Musik der Welt, Leute treffen, Pläuschchen halten, lästern, Spass haben, sich schick machen, ordentlich Sekt. Und dann tagsüber wieder restaurieren, lecker frühstücken, shoppen, bummeln.

Nebenbei gabs auch herzlich viel zu lachen. Subkultur hat ja immer viel mit Posertum zu tun. Wer das nicht erkannt hat, der verkennt das Wesen der Subkultur (meiner persönlichen Meinung nach zumindest). Es geht um Selbstdarstellung und um Selbstinszenierung. Jetzt habe ich aber festgestellt, dass man es mit diese Inszenierung eines "Way of Life" doch etwas übertreiben kann. Bei allen spinnerten Aktionen, ist dies doch ein neuer Höhepunkt. Um die supercoole Sau raushängen zu lassen, die von allen Anwesenden den allerdicksten Strahl pisst, wurde doch tatsächlich eine LI Serie 2 (schönes Teil, sieht so ähnlich aus wie die oben) von Mainz nach Bamberg (250 km) in einem Transporter rangekarrt, um dann einen halben Tag vor einem Café rumzustehen und dem Besitzer einen "übercoolen" Auftritt zu ermöglichen. Sorry, Kleena, aber das ist nur cool, wenn man sich dabei nicht erwischen lässt und zumindest so tun kann, als wäre man ganz stilecht mit der Schüssel zum Weekender angereist. So ist das einfach nur peinlich. Fremdschämalarm. Die harten Jungs rocken die Strecke tatsächlich auf zwei Rädern ab. Die Jungs, die gerne hart wären, tun nur so.
Wer die Musik noch nicht kennt, dem sei diese Datenbank mit 10.000en von Soul-Songs ans Herz gelegt: http://www.thesoulgirl.com/music/andromeda1.php

Freitag, 10. April 2009

Erdbeer-Kiwi-Zitronen-Bowle - für die Freunde des gepflegten Vollrausches

Zunächst mal die unvermeidliche Wikipedia-Klugscheisserei:

http://de.wikipedia.org/wiki/Bowle

Was Wikipedia nicht weiss (Hähä!) ist, dass die Bowle in den 50er und 60er Jahren ihre grosse Zeit hatte und dann lange Zeit so etwas von out war, dass sie schon wieder in war. Out is the new in, sozusagen. Irgendwie entsprach es nicht dem Zeitgeist, sich Nachmittags oder am frühen Abend in der Sonne gepfelgt die Birne zuzuschütten, Bowle war zu üppig, süffig, süss.

Ich liiiiebe Bowle. Und habe gestern wieder eine angesetzt. Das Rezept möchte ich euch nicht vorenthalten.

Zutaten
500 g Erdbeeren
5 Kiwis
1 Bio-Zitrone
Zucker
Kirschwasser (geht auch Wodka oder Korn)
1 Liter Weisswein (nein, es muss kein guter sein, es geht auch der Tetrapack-Weisswein)
1 Flasche Sekt (trocken, vorzugsweise)
1 Flasche Mineralwasser

Zubereitung
Die Erdbeeren vierteln, die Kiwis schälen (geht mit einem Kartoffelschäler super) und in Scheiben schneiden, die Zitrone heiss abwaschen und ebenfalls in Scheiben schneiden. Alles in eine Schüssel geben. Die Endstücke der Zitrone kurz über dem Obst auspressen. Jetzt drei Schnapsgläser Alkohol und drei Schnapsgläser Zucker über der Obstmischung ausleeren, alles einmal umrühren und über Nacht (mindestens aber 4-5 Stunden) in den Kühlschrank. Danach die Frucht-Alkoholmischung mit dem kalten Weisswein und dem Sekt übergiessen. Nach Belieben mit Mineralwasser abschmecken.

Prost!

Samstag, 4. April 2009

Der käufliche Erwerb von Gin oder: sind Sie denn schon 18?

Vorweg: ich werde in knapp drei Monaten 30. Ja, genau die grosse runde 3-0, die allen Frauen Angst macht und sie zittern lässt (so man denn der einschlägigen Frauenpresse glauben mag - bis zu diesem Zeitpunkt muss man entweder Kinder haben oder Karriere gemacht haben oder zumindest verheiratet sein. Am besten alles natürlich auf einmal...).

Heute mittag habe ich mich zum Denner begeben, weil ich unbändige Lust auf einen schönen Gin Tonic mit Zitrone auf der Terrasse hatte: Eine Bio-Zitrone und ein Fläschchen Tonic Water hatten bereits den Weg in mein Einkaufsbeutelchen gefunden, nur der Gin fehlte, da der Coop (neben der (!) MIGROS der Standardsupermarkt in der Schweiz) bei uns im Dorf keine gutsortiere Hart-Alk-Abteilung hat. Er hat vor der Übermacht des "Schweizer Discounters" (Eigenwerbung im Gegensatz zu den "deutschen Discountern" Lidl & ALDI) Denner kapituliert, der den Vertreib von weichen Alkohol wie auch den harten Sachen in fester Hand hat.

Ich mag Denner nicht besonders (man stelle sich ihn so vor wie ALDI vor 20 Jahren - gemütlich ist anders) und gehe da eigentlich nur hin, um (genau!) Wein & Schnappes zu kaufen. Also an dem verwelkenden Discountergemüse vorbei und schnell den Gin aus dem Regal (zwecks Diebstahlssicherung direkt an der Kasse) geangelt und dann nichts wie ab zur Kasse.

Die Dame guckt mich an. Dann den Gin an. Und dann wieder mich an. Ich denke noch "Was guckt die so komisch?" und da kommt schon wie aus der Pistole geschossen die Frage, die sich jede fast 30jährige wünscht: "Sind Sie denn schon 18?" Wahrheitsgemäss - nach einem kurzen Moment der Realisation der Frage in meinen Gehirnwindungen - beantwortet kommt das penetrante Nachhaken: "Haben Sie (jaja, mir die Volljährigkeit nicht zutrauen, aber schon siezen) denn einen Ausweis dabei? Ohne Ausweis kann ich Ihnen nichts verkaufen...". Ich hatte natürlich keinen Ausweis dabei und ertappte mich kurz bei dem Gedanken, die Rückfrage "Schon mal 'ne 17jährige mit einem zutätowierten Unterarm gesehen?!" zu stellen, verkniff mir dies doch und fand doch tatsächlich meine Monatkarte, auf der doch tatsächlich mein Geburtsdatum aufgedruckt ist. Hallelujah, ertönten die himmlischen Alkoholglocken von oben und ein sanfter Chor erklang ("17 Fanken 95 macht das...") und ich konnte beglückt von dannen ziehen.

Was lernen wir daraus? Alkohol konserviert. Darauf noch einen Gin Tonic.

Cheers,

eurer Prost Hütchen.